Glossar: Sensorik und Verkostung
Wie man Getränke beschreibt: Nase, Gaumen, Abgang.
A
- Abgang (Finish)
- Der Nachhall eines Getränks nach dem Schlucken: wie lange und in welcher Art Geschmack und Aromen im Mund bleiben.
- Adstringenz
- Trocken-pelziges, zusammenziehendes Gefühl im Mund, ausgelöst vor allem durch Gerbstoffe, etwa in Rotwein oder Tee.
- Aromenrad
- Grafische Übersicht, die Aromen in Gruppen und Untergruppen ordnet und hilft, Duft- und Geschmackseindrücke zu benennen.
- Aussehen und Farbe
- Der visuelle Eindruck eines Getränks: Farbe, Klarheit, Glanz und Viskosität, der erste Schritt jeder Verkostung.
B
- Bitterstoffe
- Stoffe, die einen bitteren Geschmack erzeugen, etwa Hopfenbitter, Gerbstoffe oder Chinin, und Getränke herb und komplex machen.
- Blindverkostung
- Verkostung, bei der Marke, Herkunft und Preis unbekannt bleiben, damit das Urteil nur auf Wahrnehmung beruht.
- Böckser
- Unangenehmer Schwefelgeruch nach faulen Eiern oder Gummi, meist durch Hefestress bei der Gärung entstanden.
- Bouquet (Blume)
- Gesamtheit der Duftnoten eines gereiften Getränks, besonders bei Wein; oft die Summe aus Frucht-, Gär- und Reifearomen.
E
- Extrakt
- Gesamtheit der gelösten, nichtflüchtigen Inhaltsstoffe eines Getränks wie Zucker, Säuren und Mineralstoffe; mitbestimmend für Körper und Fülle.
F
- Fehlaromen (Off-Flavours)
- Unerwünschte Geruchs- oder Geschmacksnoten in Getränken, die auf Produktions-, Lager- oder Hygienefehler hinweisen.
- Flaschenreife
- Weiterentwicklung eines Getränks in der verschlossenen Flasche, die Aroma, Struktur und Aussehen verändern kann.
G
- Gaumen
- Der Geschmackseindruck eines Getränks im Mund, einschließlich Süße, Säure, Bitterkeit, Körper und Mundgefühl.
- Gerbstoffe (Tannine)
- Pflanzliche Phenole aus Schalen, Kernen und Holz, die ein trockenes, herbes Gefühl im Mund verursachen.
H
- Harmonie und Balance
- Ausgewogenes Zusammenspiel von Süße, Säure, Bitterkeit, Alkohol und Aroma, bei dem nichts unangenehm hervorsticht.
K
- Kirchenfenster (Tränen)
- Schlierenartige Tropfen, die nach dem Schwenken am Glas herablaufen und Hinweise auf Alkohol- und Extraktgehalt geben können.
- Korkton
- Muffig-modriger Fehlgeruch, vor allem bei Wein, verursacht durch die Chemikalie TCA aus dem Korken oder der Kellerumgebung.
- Körper
- Der Eindruck von Fülle und Gewicht eines Getränks im Mund, von leicht und schlank bis voll und kräftig.
M
- Mineralik
- Umstrittener Verkostungsbegriff für steinige, salzige oder kreidige Eindrücke in Wein.
- Mundgefühl
- Die taktile Wahrnehmung eines Getränks im Mund, etwa cremig, spritzig, samtig, adstringierend oder ölig.
N
- Nase (Bouquet-Eindruck)
- Der Geruchseindruck eines Getränks, den man beim Riechen am Glas wahrnimmt, noch bevor man trinkt.
O
- Oxidation
- Veränderung eines Getränks durch Sauerstoff, die Frische und Frucht abbaut und Noten von Nuss, Sherry oder Pappe erzeugt.
P
- Perlage
- Das Aufsteigen und Aussehen der Kohlensäurebläschen in Sekt, Champagner oder Bier; fein und anhaltend gilt als Qualitätszeichen.
- Primäraromen
- Aromen, die direkt aus der Traube bzw. dem Rohstoff stammen, etwa Frucht, Blüten oder Kräuter.
R
- Reifenoten
- Aromen, die durch Alterung entstehen, etwa Honig, Leder, Tabak oder Nuss, und gereifte Getränke von jungen unterscheiden.
- Restzucker
- Zucker, der nach der Gärung im Getränk verbleibt, angegeben in Gramm pro Liter und maßgeblich für den Süßegrad.
- Retronasale Wahrnehmung
- Wahrnehmung von Aromen, die beim Ausatmen vom Mundraum über den Rachen zur Nase gelangen und den Geschmackseindruck mitprägen.
S
- Säure
- Der saure Geschmackseindruck eines Getränks, der für Frische und Lebendigkeit sorgt und mit Süße im Gleichgewicht stehen sollte.
- Schaumkrone
- Der Schaum auf einem frisch eingeschenkten Getränk, vor allem Bier; beeinflusst Optik, Aroma und Mundgefühl.
- Schwenken
- Kreisende Bewegung des Glases, die ein Getränk mit Luft in Kontakt bringt und Aromen freisetzt.
- Sekundäraromen
- Aromen, die bei Gärung und Weiterverarbeitung entstehen, etwa Hefe-, Butter- oder Bananennoten.
- Serviertemperatur
- Die Temperatur, bei der ein Getränk serviert wird; sie bestimmt maßgeblich, wie Aroma, Süße, Säure und Kohlensäure wirken.
- Süße
- Der süße Geschmackseindruck, der vor allem von Zucker, aber auch von Alkohol und Glycerin stammen kann.
T
- Tertiäraromen
- Aromen, die durch Reifung in Fass oder Flasche entstehen, etwa Nuss, Leder, Tabak oder Honig.
- Trocken und halbtrocken (Geschmacksrichtung)
- Angaben zur wahrgenommenen Süße eines Getränks; trocken bedeutet kaum süß, halbtrocken leicht süß, lieblich deutlich süß.
U
- Umami
- Fünfter Grundgeschmack neben süß, sauer, salzig und bitter: herzhaft-würzig, etwa durch Glutamat; spielt bei Getränken eine Nebenrolle.
V
- Verkoster und Sommelier
- Fachleute, die Getränke beurteilen und beschreiben; der Sommelier berät zusätzlich in der Gastronomie zu Getränken und Speisenbegleitung.
- Verkostung
- Systematisches Prüfen eines Getränks mit Augen, Nase und Gaumen, um Aussehen, Aroma, Geschmack und Qualität zu beurteilen.